Warum denn glauben ...? 

Verfasser/in: Herausgegeben im Zusammenarbeit mit der Redaktion sächsischen Kirchenzeitung „Der Sonntag"

Das Buch ist entstanden aus einer Serie, die im Jahr 2006 in der sächsischen evangelischen Kirchenzeitung „Der Sonntag" erschien. Es waren die Leser gebeten worden, von ihrem Glauben zu berichten. Wie sie zum Glauben gekommen sind, was ihnen der Glaube bedeutet, wie er sich in ihrem Alltag zeigt.

Ich weiß nicht, warum es genau 52 Bekenntnisse sind. Vielleicht ging die Serie ja gerade über ein Jahr. Das Buch hat 175 Seiten und jeder Schreiber berichtet über etwa drei Seiten über seinen Glauben. Wir haben ja auch in unserem Gemeindebrief eine Reihe, wo Menschen über sich und ihren Glauben berichten. Hier jedoch handelt es sich um Christen, die einen ev. Landeskirchlichen Hintergrund haben. Allen Schreibern gemeinsam ist die Heimat Sachsen. Die Meisten sind dort geboren, jedoch gibt es auch Bekenntnisse Zugezogener zu lesen. Es sind ganz unterschiedliche Männer und Frauen, junge und alte Menschen, teilweise noch zu Zeiten der DDR zum Glauben gekommen, aber auch Menschen, die erst einige Jahre gläubig sind. Menschen, die sich im Konflikt mit dem damaligen Staat sahen, aber auch Menschen, die der Glaube nie in politische Bedrängnis brachte. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen: Journalisten, Krankenpfleger, Pfarrer, Physiker, Staatssekretär, Bischof, Bürgermeister, Mathematiker, Sozialpädagogen, Arbeitslose, usw. Da es sich jedoch wohl hauptsächlich um Leser der Kirchenzeitung handelt, ist ein gewisses Übergewicht an Personen, die in kirchlichen oder sozialen Bereichen arbeiten, festzustellen. Das Buch zeigt, wie auf die unterschiedlichste Weise Zugang zu Gott gefunden wird. Interessant fand ich da die Geschichte einer Frau, die ohne irgendeinen christlichen Hintergrund über den Gesang in einer Kantorei mit der Chormusik Johann Sebastian Bachs eine Brücke zum Glauben gefunden hat. Manchmal ist es ein besonderes Ereignis, aber oft ist der Weg zum Glauben auch ganz unspektakulär. Von den Eltern anerzogener, übernommener Glaube, der lebendig geworden ist. Langsame persönliche Entwicklungen, wo sich bestimmte Begebenheiten oder auch Menschen als Meilensteine oder Weichen im Leben erwiesen. Oft wird sich erinnert an Erfahrungen, die man als Kind mit Menschen gemacht hat, die Glauben vermitteln wollten: die Eltern oder auch Großeltern, der Pfarrer, die Kinderschwester, im Konfirmandenunterricht. Es wird allerdings auch von Schlüsselerlebnissen geschrieben, die einen Menschen verändert haben. Es wird berichtet über Zeiten von Zweifel und Anfechtung aber auch über erfreuliche Glaubenserfahrungen. Geborgenheit ist immer wieder ein Wort, das gebraucht wird. Glaube wird auch sehr unterschiedlich verstanden: Der eine hat ein historisch-kritisches Verständnis der Bibel, die andere eine bibeltreue Frömmigkeit. Bei dem einen theologisch fundiert, bei dem anderen von Gefühlen und Stimmungen getragen. Bei dem einen nach außen gerichtet, ja schon missionarisch, bei dem anderen etwas ganz persönliches, das eher im Stillen lebt. Die eine findet Geborgenheit in dem wiederkehrendem Rhythmus der kirchlichen Feiertage und der Meditation der Liturgie, die andere sieht ihren Glauben gelebt im sozialen Einsatz für andere Menschen. Vielleicht kann sich der eine oder andere in diesem Buch wiederfinden. Es sind nicht immer die christlichen „Erfolgsgeschichten", die man zu lesen bekommt, aber insgesamt machen die Berichte Mut, sich mal wieder Gedanken über das eigene Glaubensleben zu machen. Da es 52 einzelne Bekenntnisse sind, ist es auch für jemanden geeignet, der nicht immer die Muße findet, ein ganzes Buch zu lesen. Die Texte beginnen immer mit einem Foto und ein paar Stichworten zur Person. Beim Stöbern im Buch wird einem die eine oder andere Person interessant und man liest den entsprechenden Text. Da reichen schon ein paar Minuten. Eckdaten zum Buch Warum denn glauben ...? 52 persönliche Bekenntnisse Taschenbuch, broschiert, 175 Seiten, 18,8 x 12 x 1,4 cm Verlag: Evangelische Verlagsanstalt Leibzig; Auflage: 1 (Sept. 2006) Herausgegeben im Zusammenarbeit mit der Redaktion er sächsischen Kirchenzeitung „Der Sonntag" ISBN-10: 3374024033 ISBN-13: 978-3374024032 Preis 9,80 €