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Alles neu!

Frühlingsgeschichten
Verfasser/in: Fabian Vogt

Geschichten zur Advents- und Weihnachtszeit finden sich in unüberblickbarer Menge, und sie füllen schon kurz nach den Sommermonaten die Regale der Buchläden, die Seiten der Buchkataloge und Internetanbieter.

 

Hingegen findet sich Lektüre, die sich um die Passionszeit und den Osterfestkreis rankt, vergleichsweise nicht so leicht.

Sicher bietet sich die Advents- und Weihnachtszeit, mit ihrem dunklen, kalten und ungemütlichen Tagen geradezu an, in warmer Geborgenheit und trauter Gemeinschaft schönen Geschichten vom Christkind, den Hirten und den Engeln zu lauschen. Dabei verweist aber gerade das Fest der Auferstehung Christi auf die eigentlichen Wurzeln des christlichen Glaubens. In diese Nische versucht der Brendow- Verlag mit dem Buch „Alles neu! – Frühlingsgeschichten“ einen Fuß zu setzen, und das ist an sich schon lobenswert. Zwar gibt der Titel des Buches nicht sofort zu erkennen, dass es sich im Kern um christliche Erzählungen handelt, dafür legt man sich aber auch nicht sofort auf eine bestimmte Zielgruppe fest.

Zwölf Autorinnen und Autoren haben für diese Erzählsammlung ihre Texte zur Verfügung gestellt. Geschichten, in denen es mal ganz alltäglich zugeht und dann mal wieder legendenartig biblisch. Stets drehen sich die Handlungen im weitesten Sinne um das Thema der „Auferstehung“ und damit “Neuanfang“.

Damit kann z.B. gemeint sein, wie jemand während eines Herzstillstandes in der Form eines außergewöhnlichen inneren Vorgangs die Auferstehung erlebt und danach doch wieder ins weltliche Leben zurückfindet. Es können aber auch Schilderung gemeint sein, wie Neben- oder Randfiguren der biblischen Passionsgeschichten das Leiden und die Auferstehung Christi für sich konkret erleben und verarbeiten, um dem heutigen Leser die Identifikation mit der biblischen Botschaft zu erleichtern und diese neu zu verstehen lernt. Selbst die alttestamentarische Geschichte, in der der Prophet Elia erschöpft und verzweifelt unter einem Ginsterbusch liegend sein Ende erwartet, wird aus der Sicht eines Engels als Auferstehungsgeschichte erzählt, die neuen Mut und neue Lebenskraft verspricht, wo aus menschlicher Sicht nichts mehr zu hoffen ist. Und ganz modern wird es z.B. in einer Erzählung, in der eine Laienschauspielerin für ein Anspiel zum Ostergottesdienst zwei weiße Beerdigungshandschuhe „kostenneutral“ aus einem Abfallkorb des Friedhofs „organisiert“, um authentisch zu verkündigen, die kurz vorher Verstorbene, die dort auf dem Friedhof liegt, ist nicht tot, sondern „Margitta guckt zu.“ Jede Geschichte hat ihren eigenen Erzählstil, doch alle leben in der Sprache unserer Zeit mal locker, mal etwas gesetzter. Jede Geschichte hat ihre eigene Botschaft, doch alle sind aussagekräftig, anregend, ermutigend, bedenkenswert. Wie einzelne Mosaiksteine, in Farbe und Gestalt verschieden, intelligent und kunstvoll zusammengestellt, eine schöne Tischplatte ergeben, die auf einem festen Fuß steht, so bietet dieser Band mit seinen zwölf Geschichten eine Anthologie ‚geist‘- voller Erzählungen.

Ein empfehlenswertes Buch zum Selberlesen zur eigenen Bereicherung. Aber ebenso zu empfehlen als Geschenkband mit dem Gedanken, nahestehenden Menschen, die in einer Krise stecken, über die Lektüre eine Hilfe und Gesprächsbasis anzubieten.

Dem Wunsch des Herausgebers, dass es einem bei der Lektüre „so richtig österlich ums Herz würde“, kann ich mich nur anschließen.

 

 

Die Autorinnen und Autoren gehören großteils der Künstlervereinigung „Das Rad“ an, bei der es sich um eine Gemeinschaft christlich gesinnter Künstler der verschiedenen Kunstsparten handelt, die Jesus als die Radnabe verstehen, um die sich letztlich alles schöpferische Wollen und Tun dreht. Für diesen Band haben überwiegend theologisch und journalistisch ausgebildete Autorinnen und Autoren die Feder ergriffen.

Dem Brendow – Verlag kann zu diesem Projekt nur gratuliert werden, verbunden mit der Hoffnung in diesem Sinne, nämlich mutmachende Literatur, die auf der Auferstehungshoffnung und der Zusage Christi - „Siehe, ich mache alles neu“ – basiert, weiter zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

 

3. Verlag: Brendow & Sohn, Moers

4. Erscheinungsjahr: 1. Aufl. 2009,

5. Preis: 6,95 € ; 142 Seiten, broschiert

 

Otto K.-H. Aurin, Juni 2009

Vorgestellt im ChristLit -Treff, veröffentlicht auf der Internetseite der Gemeinde, im Gemeindebrief, angeregt zur Verwendung in verschiedenen Gemeindegruppen.