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Der Tag des Schmetterlings

Verfasser/in: Jens Böttcher

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Zug, Ihnen gegenüber sitzt ein Mann, der sich ständig mit einem Begleiter an seiner Seite unterhält, der aber nicht vorhanden ist, der Platz ist leer. Und trotzdem gehen von dieser unsichtbaren Person ungeahnte positive Wirkungen aus.

 

Oder ein wunderschöner Schmetterling umtanzt einen Mann, der sein Leben so dahin lebt, und erfreut ihn mit seinen Farben derart, dass sein Leben von einer ganz neuen Kraft durchflutet wird. Oder einem grausamen, eiskalten Mörder wird der Prozess gemacht. Alles spricht gegen ihn, auch er selbst leugnet seine Tat nicht, und doch, alles kommt vollkommen anders als der Leser es vermutet.

Acht solcher Short Stories, man könnte sie auch Erzählungen nennen, mit ungewöhnlichen Wendpunkten und Ausgängen sind in diesem Band vereint. Böttchers Figuren sind durchweg unterwegs, bewegen sich auf etwas zu. Es sind Menschen des Alltags, die durch ein besonderes Ereignis, das in der Regel nicht gewöhnlicher Natur ist, aus ihrem Lebensrhythmus kommen. Damit wird auch der Leser dazu verleitet, gewohnte Denkbahnen und Erwartungshaltungen zu verlassen. Kleine Hinweise, vorsichtige Anregungen, diese ungewöhnlichen Ereignisse mit Gott in Verbindungen zu bringen und damit auch unsere Systeme von Vernunfterwartungen und Alltagsroutine in Frage zu stellen, geben den Geschichten einen annehmbaren Tiefgang, ohne religiös drängend zu wirken.

Die Lust am Lesen wird in diesem Band insbesondere dadurch angeregt, dass der Autor in einer flüssigen, variantenreichen und blumig metaphorischen Sprache zu erzählen weiß, die das Zuhören zu einem noch schöneren Bucherlebnis werden lässt als das Selberlesen.

Summa: eine sehr empfehlenswerte unterhaltsame Lektüre, die Spaß am Lesen und Vorlesen weckt, zum Phantasieren und Träumen anregt, den Horizont weitet und über die Sprachmusik unsere Gefühle anspricht.

3. Verlag: Brendow & Sohn, Moers

4. Erscheinungsjahr: 1. Aufl. 2009,

5. Preis: 8,95 € ; 143 Seiten, broschiert

 

Otto K.-H. Aurin

Veröffentlicht auf der Internetseite der Gemeinde, im Gemeindebrief,

angeregt zur Verwendung in der Gruppenarbeit.