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Der Pfarrer von Bagdad

Ein Leben für den Frieden
Verfasser/in: Andrew White

Andrew White lädt uns zu einer unvergesslichen, auch wenn gefährlichen Reise mit sich ein. Die Reise in den Nahen und Mittleren Osten, zu den unruhigen Teilen der Welt. Zuerst nach Israel und schließlich in den Irak.

 

Dieser Pfarrer aus England nahm den Auftrag Gottes, Brücken zwischen Ost und West zu bauen, sehr ernst. Durch unzählige Gespräche, Beziehungen zu den Muslimen, Christen und Juden, versucht er seit Jahren, Frieden zwischen den Nationen zu stiften, z.B. durch die Alexandria-Erklärung. Wie viele von uns haben davon gehört? (Ich persönlich habe oft keine Ahnung, was im Nahen Osten Entscheidendes passiert.) Mit dieser Erklärung wurde ein großer Schritt nach vorn gemacht, wobei die westlichen Medien dies kaum zur Kenntnis nehmen. Dieses Buch erzählt von solchen wichtigen und entscheidenden Momenten, in der Geschichte dieser Friedensbewegung. Deswegen bin ich der Meinung, dass das Buch viel Unverständliches erklärt und Unbekanntes beleuchtet. Während des Lesens änderte sich auch meine Einstellung gegenüber dem Irak oder zumindest kann ich auf die derzeitige Situation in diesem Land aus einer anderen Sicht schauen. Mord und Totschlag sind in Bagdad ein ganz normaler Bestandteil des Alltags. Wie würde ich mich in solcher Umgebung selbst verhalten? Diese Frage kann ich nicht beantworten.

In den Augen von Europäern spielt Andrew White mit dem Teufel, weil er es wagt, im irakische Fernsehen aufzutreten oder UN-Sanktionen gegen das Land zu kritisieren. Der Pfarrer trifft sich oftmals mit den verantwortlichen Ministern und pflegt die Beziehungen zu den verschiedenen Geistlichen im Land. Sein einziges Anliegen ist: „Not zu lindern und Frieden zu stiften“. Das tut er treu bis heute, auch wenn er ständig in unmittelbarer Gefahr ist und seine Familie aus Sicherheitsgründen in Großbritannien lebt.

Wer etwas im Nahen oder Mittleren Osten ändern will, muss sich vor allem mit den religiösen Führern in Verbindung setzten, weil sie es sind die bestimmen, in welche Richtung das Land geht. Also versucht Andrew White durch unzählige Treffen mit einflussreichen Menschen, Freunde zu gewinnen. Als Beleg dafür zitiere ich den Satz von dem mutigen Pfarrer: „Im Zentrum der Gesellschaft im Nahen und Mittleren Osten stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und mithin hat das Bauen und Pflegen von Beziehungen die absolute Mitte unserer Arbeit zu sein.“

Lasst dies eine Ermutigung auch für uns sein, Freundschaften mit Minderheiten aus diesem Teil der Welt zu suchen.

Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der sich näher die Situation im Irak ansehen will. Es lässt sich gut lesen, ich schlage jedoch vor, sich einen ruhigen Platz zu suchen, um den Inhalt besser zu verstehen. Die Spannung in jedem einzelnen Kapitel verhindert es, das Buch vorzeitig zur Seite zu legen. Wer sich ein einmal auf die Reise in den Nahen und Mittleren Osten begeben hat, wird sie sicherlich zusammen mit dem Pfarrer aus Bagdad erfolgreich zu Ende bringen.

Verlag: Brunnen Verlag Gießen 2009

Preis: 12,95 EUR

Besprechung: Marta Marcol. Jan. 2010