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Die Reformatorin

Verfasser/in: Dehnherdt, Eleonora

Die Hauptfigur des Romans ist Elisabeth v. Calenberg, geb. Prinzessin v.Brandenburg.
Das Geschehen fällt in das 16. Jahrhundert(1510-1558).
Dr. Martin Luther und die Reformation sind zeitgleich und hochaktuell angesiedelt. Die Prinzessin wird mit 14 Jahren mit einem 40 Jahre älteren Witwer (Herzog Erich I.) verheiratet. Zunächst zeigt die Autorin Elisabeth als rücksichtsvolle, sich in ihre Bestimmung ergebene, jedoch auch scharf denkende Frau.

 

Ihr Gemahl ist wegen Kampfeinsätzen und anderen Verpflichtungen selten zu Hause. Aus der Ehe, welche 15 Jahre , bis zum Tode von Erich dauert entstammen 4 Kinder. Elisabeth, mehr und mehr stark und selbstständig nimmt viele Aufgaben in die eigene Hand. Durch die Verbindung zum Hause Hessen lernt sie die Lehren Luthers kennen und somit die Reformation.
Zunächst zweifelnd, öffnet sie sich mehr und mehr der Wahrheit des Evangeliums und der Gnade in Jesus Christus:
Ihr Gemahl bleibt in der Glaubensfrage hart und katholisch, besonders hart ist das Verhalten ihres Sohnes Erich II.
Durch Verrat und Intrigen erlebt sie schwere Niederschläge, geht jedoch standhaft und glaubensfest ihren Weg.Besonders in sozialer Sicht ist Elisabeth ihrer Zeit weit voraus, sie hat ein Herz für arme und bedürftige Menschen, ihr Glaube festigt sich immer mehr. In 2. Ehe ist Elisabeth mit Poppo v. Henneberg verheiratet, diesmal ist es eine Liebesehe. In Glaubensdingen sind sich die beiden einig, es zeichnen sich aber auch hier Spannungen ab.Auf Grund von Krieg und Geldnot wird Elisabeth einige Zeit in Hannover festgehalten, bis sie auf Münden verzichtet und die Schulden beglichen hat. Erst danach zieht sie zu ihrem Gemahl und stirbt dort in geistiger Umnachtung.Die Autorin zeigt viele Probleme der Reformationszeit auf, aber auch den nicht aufzuhaltenden Sieg des Evangeliums.
Die Schreiberin sagt selber dass ein Spannungsbogen nicht herzustellen sei; und so ist auch mein Empfinden während des Lesens immer wieder, es fehlt einfach der rote Faden.Geschichtlich mag das Buch gut aufgearbeitet sein, aber es fehlt die Spannung. Als besonders unglücklich empfinde ich die Erzählweise aus Sicht der Kammerzofe.

Das Buch mag eventuell eine Gruppe von Lesern ansprechen, welche Verbindung zur eigenen Heimat herstellen kann oder historisch interessiert ist, ansonsten erscheint es mir für lediglich Unterhaltung suchende nicht besonders empfehlenswert.

Angelika Stein

Das Buch wurde vorgestellt beim Frauenfrühstück

Nachtrag:

ELISABETH von Münden, Herzogin von Braunschweig- Lüneburg, 1510 als Tochter des Kurfürsten Joachim I. und der Elisabeth von Brandenburg, † 25.5. 1558 in Ilmenau. Elisabeth war auch schriftstellerisch und als Liederdichterin tätig.