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Der unbequeme Jesus

Verfasser/in: Marius Reiser

In dem vorliegenden Buch sind Vorträge gesammelt, die der Verfasser in den Jahren 2010/11 gehalten hat. Als Professor für Neues Testament an der Katholisch Theologischen Fakultät Mainz greift er offensichtlich in den Fundus der Ergebnisse, den er sich in den Zeiten seiner Lehrtätigkeit geschaffen hat. Mit dem 1.Aug. 2010 hat er seine Professur aufgegeben, um damit ein Zeichen des Protestes gegen die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen zu setzen. Damit zeigt M. Reiser, dass er den Lesern nicht nur einen „unbequemen Jesus“ vorzustellen gedenkt, sondern selber auch kein Zeitgenosse ist, der devot und aalglatt den Strömungen der Zeit folgt. Er hat den Mut, sich mit besten Kenntnissen und klaren Argumenten den „Bibelweichwaschern“ und „Jesuserklärern“ von der Aufklärung bis in die Gegenwart hinein in den Weg zu stellen. Dass dabei auch überzeugte Christen jedweder Couleur in die kritische Selbstbefragung bezüglich ihrer Glaubensüberzeugungen geraten können, ist die heilsame Wirkung des Studiums dieses Buches.

 

Jesus, der Christus, war den Menschen seiner Zeit unbequem und er ist es durch alle Jahrhunderte hindurch geblieben. Das Herumdeuteln an seiner historischen Erscheinung, die Entschärfung seiner Lehre im Hinblick auf die Armut und Feindesliebe, das Einpassen seiner Wunder in das jeweilige Zeitverständnis, die Verharmlosung seiner prophetischen Reden und vor allem die Umdeutung seiner Passion und Auferstehung sind Taktiken des Unglaubens von Anfang an und haben in den biblischen Zeugnissen schon früh ihren Niederschlag gefunden. Auch wenn man ihnen heute einen aufklärerischen wissenschaftlichen Anstrich verleiht, bleibt die Absicht der Verneinung dieselbe und ist in nichts moderner als vor zweitausend Jahren.

Marius Reiser macht seinen Lesern mit diesem Buch Mut, sich den Kontroversen in unserer Zeit zu stellen. Nicht kleinmütig und bescheiden, sondern ausgestattet mit ausgezeichneten Anregungen zum Verständnis biblischer Darlegungen, passenden Argumenten, wissenschaftlich gesicherten Begründungen und versierten Erklärungen, was die historischen und kulturellen Hintergründe angeht. Jedem, der sich mit dem Leben und den Worten Jesu tief gehender und weitreichender befassen möchte, ist dieses Buch an die Hand zu geben. Vor allem aber auch, weil mit diesem Projekt mehr an Ökumene geleistet wird als zwischen Erfurts ehrwürdigen Klostermauern. Denn ein evangelischer Verlag, der in der reformierten Theologie einen „wichtigen Eckpfeiler“ seines Verlagsprofils sieht, verlegt das Buch eines ehemaligen katholischen Theologieprofessors. Und siehe da, kein Gedankengang, keine weitergehende Ausführung in dem Buch schienen mir unverständlich oder gegen den Strich zu gehen, dass ich diese nicht auch als (evangelischer) Christ hätte unterschreiben können.

Das Buch erscheint mir sehr hilfreich für das persönliche Studium, für die Vorbereitung von Predigten und Andachten, aber auch zur Klärung von Grundfragen des Glaubenslebens in den Diskussionen unserer Zeit bietet die Lektüre verlässliche Hilfestellungen.

Marius Reiser

Der unbequeme Jesus

€ 29,90 1. Auflage 2011

Erscheinungsdatum: 20.07.2011

kartoniert / 12,5x20,5 cm /
258 Seiten

ISBN 978-3-7887-2542-6

Neukirchener Theologie

Biblisch Theologische Studien

Band 12

Kurzvita

Marius Reiser (geb.1954) ist in Gammertingen aufgewachsen, studierte in Tübingen und Paris Katholische Theologie, Sinologie und Klassische Philologie. Vor Antritt seiner Professur an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz arbeitete M. Reiser als Seelsorger in einer Reutlinger Pfarrgemeinde und einem Krankenhaus. Reiser ist katholisch und seit 1978 verheiratet. Weil er die Neustrukturierung des Studienganges Katholische Theologie im Rahmen des Bologna-Prozesses nicht mittragen wollte, gab er seine Professur zum 1. April 2009 auf und wurde aus dem Beamtenverhältnis entlassen.

Siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Marius_Reiser
Otto K.-H. Aurin

(ChristLit), 29.09.2011