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Was nützt es dir?

Kleine Einführung in den Heidelberger Katechismus

Verfasser/in: Prof. Dr. Okko Herlyn

„Was nützt es dir?“ So lautet der Titel eines vom Neukirchener Verlag neu auf den Markt gebrachten Buches. Diese „Kleine Einführung in den Heidelberger Katechismus“ hat Prof. Dr. Okko Herlyn, der an der Ruhruni Bochum lehrt, verfasst. Als ChristLit - Vertreter war ich zur öffentlichen Buchvorstellung des Verlages in der reformierten „Sophienkirche“ in Wuppertal eingeladen.  

 

„Was nützt es dir?“ Diese Frage taucht in dieser oder ähnlicher Form sechs Mal in dem „Heidelberger Katechismus“ auf. Dieser Katechismus erschien erstmalig im Januar 1563 in Heidelberg auf Geheiß des damaligen Kurfürsten Friedrich III von der Pfalz, um als allgemeine Grundlage für den christlichen Unterricht, wie er in Kirchen und Schulen stattfand, zu dienen. Er war in gewissem Sinne das reformierte Gegenstück zum „Kleinen Katechismus“ Martin Luthers, der 1529 erschienen ist. In diesem Jahr 2013 feiert der „Heidelberger“, wie er kurz genannt wird, seinen 450sten Geburtstag. In den Zeiten der reformatorischen Auseinandersetzungen sprossen die verschiedensten Katechismen aus dem aufgewühlten religiösen Boden, aber nur wenige blieben so lange erhalten wie die beiden vorher genannten. Heutzutage ist der Heidelberger millionenfach über die ganze Welt verbreitet und gilt nach wie vor als das richtungsgebende Basisdokument reformierter Christen. Vor allem durch Vertreibung, Auswanderung und Kolonialisierung gelangte der „Heidelberger“ durch schweizer, französische, deutsche, niederländische und anglikanische Gläubige in viele überseeischen Länder, wo er bis heute, in vielen Sprachen übersetzt, in Gebrauch ist. Dieses Büchlein spendete über Jahrhunderte hinweg neben der Bibel den Menschen Trost, gab Orientierung, Halt, Sinn und Hoffnung in schwierigsten Lebenssituationen und diente dem Studium der Heiligen Schrift.
Doch ist dieses katechumene Frage-Antwortspiel, im Heidelberger sind es 129 Fragen und Antworten, auch in unserer Zeit noch ein angemessenes Vorgehen, um Glaubensinhalte zu vermitteln? Sind die Glaubensfragen, die die Menschen der Reformationszeit bewegten überhaupt noch in unserer so „aufgeklärten“ Zeit von Bedeutung? Ist die Sprache von ihrer Begrifflichkeit und von ihrem Aussagegehalt uns Heutigen noch verständlich und zugänglich?

Nicht von ungefähr lautet deshalb der Titel des vom Neukirchener Aussaat-Verlag zum 450sten Erscheinungsjahr des „Heidelberger Katechismus“ auf den Markt gebrachten Buches: „Was nützt es dir?“ Diese „Kleine Einführung in den Heidelberger Katechismus“ verfasste Prof. Dr. Okko Herlyn (geb. 1946), der an der Ruhruniversität Bochum Ethik, Anthropologie und praktische Theologie lehrt. Vorher war er lange Jahre als Gemeindepfarrer in Duisburg tätig. Nebenher ist er auch als christlich orientierter Kabarettist und literarischer Kleinkünstler mit zahlreichen Veröffentlichungen unterwegs.
Okko Herlyn folgt in acht Kapiteln den einhundertneunundzwanzig Fragen des „Heidelbergers“ und zeigt damit in ansprechenden Kapitelüberschriften die Grundstrukturen reformierter Glaubensinhalte auf:

„Mein einziger Trost“, „Das Ende des Gutmenschen“, „Erlösung – auch etwas für den Verstand“, „Bekenntnis kompakt“, „Was es mit den Sakramenten auf sich hat“, „Wozu gute Werke?“, „Was sollen wir tun?“, „Vom Gebet“. Zuvor führt der Verfasser noch kurz in den Zweck und die Absicht sowie die historischen Hintergründe der Entstehung des Katechismus ein.

 Der Autor stellt sich den oben angeführten Fragen unserer Zeit in überzeugender Weise. Seine Ausführungen und Antworten führen zu beachtenswerten und manchmal auch überraschenden Ergebnissen, die die Aktualität der Glaubensaussagen des „Heidelbergers“ bestätigen.
Dabei gelingt es dem Verfasser immer wieder, eingefleischte christliche Denkmuster aufzulösen und andere hilfreiche Sichtweisen anzubieten, so z.B. in den Erläuterungen zu den Zehn Geboten. „Offensichtlich geht es im ersten Gebot nicht um die theoretische Frage, ob es nur einen Gott oder auch noch andere Götter gibt. … Es geht hier vielmehr darum, welche Macht, welcher „Gott“ unser Leben bestimmt.“ (S. 80) Dies wiederum ist eine Frage, die modern ist, die immer neu g
„Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ Diese erste Frage des „Heidelbergers“ versteht der Verfasser als eine Ouvertüre in das theologische Konzept. Die Beantwortung dieser Frage führt den Leser auf die letzte Begründung seines persönlichen Lebensentwurfs zurück. Dazu ist Besinnung, Wissen, Verstehen, Entscheidung notwendig. Ganz moderne ›Skills‹. Aber die Kompetenzen allein reichen hierbei nicht. Die Antwort gibt der „Heidelberger“: „… das ich nicht mein, sondern meines getreuen Heilands Jesu Christi eigen bin“. Und dieser „einzige Trost“ findet sich in keiner Ideologie, keinem Parteiprogramm und keinem Werbeversprechen, sondern nur in einer festen und persönlichen Glaubensbeziehung.
Diese beiden exemplarisch dargelegten Ausführungen des Autors sollen verdeutlichen, dass es Okko Herlyn mit dieser „Kleinen Einführung in den Heidelberger Katechismus“ in überzeugender Weise gelungen ist, die christliche Botschaft den Menschen unserer Zeit in verständlicher und in biblisch fundierter Weise vorzulegen sowie auf die Probleme unserer Zeit christlich - tragfähige Antworten zu finden. Mit dieser ‚Kleinen Einführung‘ bietet der Verfasser den bewussten Nachfolgern Christi wie auch interessierten Lesern unserer Tage eine ausgesprochen nützliche Hilfe in den Grundfragen des christlichen Glaubens.  
 



Herr Siepermann u(Verlag) und Prof. Okko Herlyn bei der Buchvorstellung 

Okko Herlyn: Was nützt es dir? Kleine Einführung in den Heidelberger Katechismus.
Neukirchener Verlag 2013, 111 Seiten, 14,99 Euro,
ISBN ISBN 978-3-7615-6027-3

Otto K.-H. Aurin (ChristLit- FeG Essen-Katerberg)