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Jahreslosung 2008

    Jesus Christus sagt:
Ich Lebe und Ihr sollt auch Leben!
(Johannes14,19)
 Bild Otto K. H. Aurin    

Bildbetrachtung zur Jahreslosung 2008

Jesus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben." Joh. 14,19

1. Bildbeschreibung:

Auf den ersten Blick haben wir ein übliches Bild vor Augen, in dem die drei Lebenselemente Himmel (Wolken), Wasser (Meer) und Erde (Watt) zusammen geführt werden. Dennoch stehen wir vor einem Bild, das in dieser Art ein Original ist und einige aussagefähige Einzelheiten enthält, auf die ich im Folgenden eingehen möchte.

 

 

1.a) Aufbau:

Der horizontale Bildaufbau entspricht ziemlich genau dem klassischen Schema des goldenen Schnittes, drei Fünftel Himmel und zwei Fünftel Erde. Dieser Bildaufbau findet sich in klassischen, wie auch in modernen Gemälden. Manchmal erfolgt die Verwendung zufällig, weil ihm ein besonderes ästhetisches Empfinden der Gewichtung zugesprochen wird. Oft aber auch, wie hier, ist die Proportionierung bewusst gewählt, weil darin „eine göttliche Dimension" zur Geltung kommt, die das Zusammentreffen von Endlichkeit und Unendlichkeit ausdrückt. So reicht der untere Bildrand dem Betrachter scheinbar gerade bis zu seinem Standpunkt, ist also endlich, ebenso die Küstenlinie und der Horizont.

Der obere Bildrand und die Seitenränder hingegen lassen unsere Phantasie über den Bildrand hinweg wandern ins Unendliche.

Darin findet sich die Gegensätzlichkeit der in der Jahreslosung benannten Personen wieder. „Ich",Jesus, im Bereich des Ewigen und Grenzenlosen und „Ihr" in den unteren und irdischen Grenzen, die vor allem durch Sünde, Krankheit und Tod gezogen sind.

1.b) Farbe:

Die Farbauswahl ist nicht sehr vielfältig: blau, gelb, braun, weiß, aber durchweg kräftig, was die Bedeutung der Aussage des Jesuswortes hervorheben soll.

Dann fällt dem inspirierten Betrachter bald auf, dass die Farben die Grenzziehungen des Bildaufbaus nicht mitmachen. Denn die Farben des Himmels, das Weiß, Blau und Gold, spiegeln sich im Meer und selbst in dem Küstenstreifen wieder. Der Himmel ist als beschränktes Abbild in dem Meer und Watt wieder zu erkennen.

Die Farbgebung greift den Teil des Wortes Jesu auf, der sich in dessen kurzer Zusage spiegelt, nämlich das Wort „l e b e n". Hiermit wird eine Gemeinsamkeit zwischen Christus und seinen Nachfolgern hergestellt. So wie ich – so ihr.

2. Deutung:

Dieses Versprechen „ Ich lebe und ihr sollt auch leben." macht deutlich, dass er lebt, vorausgegangen ist, im Licht weilt. Das wird bildlich angedeutet in dem großen weißen Lichtfleck, denn Christus ist das Licht der Welt.

Wir als Gläubige dürfen darauf vertrauen, auch einmal an dem Licht des neuen Lebens teilzuhaben.

Aber auch jetzt schon, da wo wir gehen, arbeiten, suchen, schauen, feiern und leiden durchdringt dieses göttliche Licht unsere Lebenswelt. Das wird angedeutet durch die drei symbolischen Personen auf dem Watt. Sie verweisen darauf, dass wir nicht nur ein Landschaftsgemälde vor uns haben, sondern Christi Wort zu Lebenden gesagt ist.

Das Wort Christi selbst ist in den Himmel hineingeschrieben, in organisch gestalteter Schrift, die einerseits Lebendigkeit ahnen lässt, anderseits die Macht der Gültigkeit dieses Wortes deutlich machen soll; nämlich, dass dieses Wort gilt, auch wenn mächtige Wolken Bedrohungen anzeigen und uns den Blick auf das Licht des Himmels verstellen sollten.

Diese frohe Botschaft der Jahreslosung 2008 wirft ihren goldenen Schein auf das Leben im Reich des Todes.

Wenn wir auch nicht wissen, was in diesem Jahr und in späteren Zeiten auf uns zukommt, so stehen wir doch jetzt schon im Licht des Auferstandenen.

Eine Auslegerin der Jahreslosung hat in einer knappen Deutung, die ebenso die Bildaussage treffend erfasst, geschrieben: „In Jesus Christus öffnet der Himmel ein Fenster, kommt der Himmel auf Erden: Himmel und Erde werden von Gottes Handeln in Christus umspannt. Da können die schlechtesten Nachrichten nicht mehr diese gute Himmelsnachricht vertreiben."

Amen